Wir wollen Ihnen auf diesem Weg einige Hinweise
zu unserer Kirche geben.
Sie ist geprägt vom Barockstil mit seiner ausdrucksvollen,
lebendigen Formgebung als Zeichen der Lebens- und
Sinnesfreudigkeit . wie sie für die Zeit der kath
Erneuerung nach der Reformation typisch war. Dieses
Gotteshaus wurde mitsamt dem angebauten ehemaligen Franziskanerkloster (erbaut 1730 , heute
Pfarr- und Gemeindehaus, 1996/97 unter Leitung von
Büro
für Bauplanung & Architektur Kraus GbR
renoviert) von dem damaligen Fürstabt von Fulda
"Adolph von Dalberg" in Auftrag gegeben.
Sie sehen sein Wappen über dem Bogen,

der
den Blick zum Altarraum

frei gibt .
Die Kirche wurde von dem aus Italien stammenden
Fuldaer Baumeister Andrea Gallasini in den Jahren
1732-36 erbaut und bereits am 17 .08 .1735geweiht.
Mit der Auflösung der Fürstabtei Fulda im Jahre
1803 (Säkularisation) wurden Kirche und Kloster
verstaatlicht und das Amt Dermbach auf dem Wiener
Kongress (1815) endgültig dem Herzogtum Sachsen-Weimar
zugesprochen. Die Franziskanermönche gingen in das
Kloster Frauenberg nach Fulda. Ein Pater blieb hier,
um die kath. Kirchengemeinde zu betreuen, die das
Nutzungsrecht fir die Kirche behielt . Seit 1996
sind Kirche und Pfarrhaus wieder kirchliches Eigentum
. Nach der deutschen Wiedervereinigung verblieb
die kath Kirchengemeinde Dermbach beim Bistum Fulda.
Ausmalung und Restaniierung:
Im Jahre 1898 wurde das Innere der Kirche in
unsachgemäßer Weise bunt ausgemalt . Die Sadsteinplatten
des Fußbodens wurden entfernt und bunte Fliesen
verlegt . Auch wurden neue, bunte Fenster eingesetzt.
Von 1964 bis 1972 wurde das Gotteshaus unter
Aufsicht des Institus fiür Denkmalpflege in Erfurt
in mehreren Etappen restauriert. Der geflieste Fußboden
wurde entfernt und ein neuer Fußboden mit geschliffenen,
grauen Kalksteinplatten aus Langensalza in römischem
Verbund verlegt. Die Stufen zu den, Altären wurden
durch roten, geschliffenen und polierten Marmor
aus Saalburg erneuert. Die Fenster erhielten wieder
die ursprüngliche Wabenverglasung mit weißem Antikglas.
Der Stuckmarmor in schwarz-rot und grau am Aufbau
der Altäre wurde ausgebessert und neu poliert. Sämtliche
Figuren, alle aus Holz geschnitzt, wurden abgelaugt,
weil sie unsachgemäß mit Farbanstrich versehen waren
. Sie wurden ausgebessert, imprägniert und erhielten
wieder den ursprünglichen polierten Kreidegrund,
so daß sie fast porzellanartig wirken. Zur Erhöhung
ihrer Schönheit wurde an den entsprechenden Steilen
eine Polinuent-Blauvergoldung aufgelegt. Ebenso
wurden die Füße und Kapitelle der Säulen neu vergoldet.
Die Wände, Decke, Pilaster und Gesimse wurden einfach
weiß gekalkt. Die Kirche erhielt einen neuen Seitenausgang
An beiden Ausgängen wurden Windfänge eingebaut.
Dieser gemäßigte "Fuldaer Barock" leuchtet
nun wieder in seiner ursprünglichen Schönheit, wobei
die Einfachheit des Kirchenraumes im Kontrast steht
zur Pracht der Altäre, deren Ausstrahlung so noch
gesteigert wird.
Ausstattung :
Die Kirche ist ausgerichtet auf den Hochaltar,
der das Leiden Christi darstellt In der Mitte zieht
das überlebensgroße Kreuz

den Blick auf sich. Links und rechts stehen Maria

und Johannes

unter dem Kreuz. Von außen wenden sich die Apostelfürsten
Petrus und Paulus (dargestellt mit Schlüssel und
Schwert), die Patrone dieser Kirche, dem Gekreuzigten
zu. lm Oberteil des Hochaltars können Sie bei genauem
Hinsehen die fünf Wunden Jesu erkennen : Hände,
Füße und Herzwunde. Der Titel der Kirche lautet
: Zu den heiligen fünf Wunden .
Links und rechts auf den Voluten die Engel mit
den Leidenswerkzeugen : Lanze und Stock mit Essischwamm.
Die starke Ausrichtung auf das Leiden Christi
entspricht der franziskanischen Leidensmystik, die
im Gekreuzigten das Heil der Welt betrachtet. Von
den Wunden Jesu heißt es in der Hl. Schrift : "Durch
seine Wunden seid ihr geheilt- (1 Peu 2 .24) .
Der Sakramentsaltar ist in Dreiecksform in den
großen Aufbau des Hochaltars hineinkomponiert An
der Spitze des Dreiecks (zu den Füßen des Gekreuzigten)
ein Pelikan, der seine Jungen mit seinem eigenen
Fleisch ernährt - Sinnbild Jesu, der sich den Seinen
in Brot und Wein zur Speise gibt. Die Seitenlinien
des Dreiecks führen vom Pelikan über je drei Putten
zum Altartisch.
In der Mitte des Dreiecks der Tabernakel, auf
dessen Türen Kelch und Hostie dargestellt sind.
Die vergoldeten Türen darüber zeigen eine Monstranz.
Wenn sie geöffnet sind, wird die Monstranz dort
hineingestellt .
Der linkeSeitenaltar ist der Marienaltar. In
der Mitte steht Maria mit dem Kind als Himmelskönigin,
links der hl . Josef mit dem Jesuskind, rechts die
hl. Elisabeth von Thüringen im franziskanischen
Ordensgewand, einem Armen helfend. Das ovale Gemälde
im Oberteil (Maria mit der Rose) ist nicht ursprünglich.
Der rechte Seitenaltar wird auch Antoniusaltar
genannt. In der Mitte steht der hl. Antonius von
Padua, links der hl . Franz von Assisi (mit Kreuz
und Totenschädel), beide aus dem Franziskanerorden,
rechts der hl. Johannes Nepomuk. Das ovale Gemälde
im Oberteil (hl. Johannes Nepomuk) ist nicht ursprünglich.
Die beiden gemalten Antipendien an den Seitenaltären
sind ursprünglich.
Auf dem Schalldeckel der Kanzel steht Jesus als
der gute Hirt. Die Wendeltreppe, die einst zur Kanzel
hinaufführte, wurde (leider) entfernt.
An der Emporenbrüstung hängt der hl . Erzengel
Michael.
Die linke Rückwand der Kirche ist geschmückt
mit einer barocken Pieta : die Schmerzensmutter
hält den Leichnam ihres Sohnes Jesus auf dem Schoß.
An der rechten Rückwand hängt ein barockes Kreuz.
Im Jahre 1864 erhielt die Kirche ihre jetzige
Orgel,

gebaut von den Gebr. Peternell aus Seligenthal.
Die Außenfassade der Kirche

ist bis hinauf zum Giebel durch Sandsteinpilaster
und Gesimse harmonisch in einzelne Felder gegliedert,
die mit Hauptportal, zwei Fenstern und überlebensgroßen
Sandsteinfiguren, in Nischen stehend, geschmückt
sind.
In den drei Feldern unter dem Giebel steht in
der Mitte Christus. der Weltenherrscher, mit vergoldeter
Weltkugel. Links und rechts stehen seine Eltern
Maria und Josef.
Über dem sandsteinbehauenen Portal mit Voluten
und Engelköpfen steht leicht geneigt das Wappen
des Erbauers Adolph von Dalberg. Das Wappen wurde,
da der alte Sandstein verwittert war, originalgetreu
wiederhergestellt, farblich gefaßt und leicht vergoldet.
Über dem Wappen im Mittelfeld steht der Gründer
des Franziskanerordens, der hI. Franziskus. Die
aus Sandstein behauenen Figuren erhielten eine weiß-gräuliche
Farbfassung. Dadurch heben sie sich von den Sandsteinnischen
gut ab und beleben die Fassade.
Ein Gebet des hl Franziskus :
Wir beten dich an. heiligster Her Jesus Christus,
hier und zu allen deinen Kirchen hin und wir sagen
dir Dank, denn durch dein heiliges Kreuz hast du
die Welt erlöst. Amen.
|